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8. STREIT UND FRIEDE
[ 8.Juni 1908]
Besetzung von "Schwanenweiss" reden. Halten Sie sich zu einem Treffen mit ihm bereit, und lernen Sie einen Vers auswendig, daß er Ihre Stimme hören kann. Ich kann nichts versprechen, aber ich werde bitten, daß Sie spielen dürfen (Falk hat auf mein Gesuch nicht geantwortet!) Sie sollten versuchen, einige Lektionen in Gestik von jemanden im Balett zu bekommen! Nur die Grundlagen, nicht tanzen lernen! Besuchen Sie mich morgen, Dienstag, um 1 Uhr und sprechen Sie auswendig einen Vers für mich ! ---------------------------------------------------------------------------------------------------
[Ungefähr 17.Juni 1908]
nicht ab! ( Du schrecktest mich mich mit den "Leuten von Hemsö", was anscheinend mit dem Theater des Tiergartens konkurieren soll). Wähle die ernsthaften Kammerspiele so wie "Ostern" u.s.w. Und konzentriere Dich auf "Damaskus","Rausch","Nachtigal von Wittenberg"; "Engelbrekt (in einer neuen Version), Karl den XII, Advent (vergiß das nicht zu Weihnachten!). Vor allem: Damaskus I II III. Das kann bis nächsten Mai gehen. Jetzt ist die Saison schluß! Danke
dafür und grüße da unten alle Freunde mit
Freundl.
4.Juli 1908
Werter Herr S.[chering]
Es ist wahr, ich habe 20.000 Kronen Schuld für das INTIMA TEATERN (irgendwelche Ersparnisse habe ich nie besessen) Es ist wahr, daß Prinz Eugen bei der Aprilmiete half. Ich bin krank, müde und allem überdrüssig.
6.Juli 1908
Musikspiel suche, ausgehend von der Kammermusik, kondensiert, begrenzt auf nur wenige Stimmen.(366) St.Gotthard ist angefangen worden, doch
wurde ein Abbrechen von meiner
Aber die "Gespenstersonate" hat auch eine
andere Seite! Aus der alltäglichen
Von Strichnin, Atropin, Brom und anderen
Dösig kann ich heute nichts mehr sagen!
Den 26.Juli 1908
bezüglich der Aussprache der schwedischen Sprache auf der Bühne, mitzuteilen. Wir spielen doch kein Lustspiel oder platte Komödien, deshalb muß die Sprache hochgehalten werden, um nicht durch nachlässige Aussprache ihre Möglichkeiten als Ausdrucksmittel zu verlieren. Alle Buchstaben sollen von Anfang an ausgesprochen werden. Deutlich; dann gleitet man über sie, ohne welche auszulassen. Wir sagen also "skall" (nicht "ska"), "är" (nicht "e"), "var" (nicht "va"), u.s.w. doch mit Einsicht. Die Konsonanten werden besonders gepflegt. Beispiel: "Fort" (nicht "fott"), "stort" (nicht "stot"). "S" wird als "S" und nicht als "Z" (Lispelnd) ausgesprochen, "Teatern" nicht "Teaten" u.s.w. Im allgemeinen wird auf underem Theater zu schnell gesprochen; freilich , es ist klein und intim, allein, es sitzen 150 Personen draußen im Salon, die sich das Recht zu hören gekauft haben. Schauspieler versteht man nur bei langsamer und distinkter Aussprache jedes Buchstabens; durch Phrasierung, oder musikalische Interpunktion, was ein Hervorheben der wichtigeren Worte und Vorenthalten von unwichtigen, sowie die richtige Aufteilung der Phrase; Nuancierung oder das Beachten des Erhöhens oder Senkens , accelerando(beschleunigend) und ritardante (zurückhaltend), Pausierung, leggato und staccato. Um langsam und gut sprechen zu können, sollte man im allgemeinen alle Glieder der Periode binden (legato), doch so, daß die Interpunktionen schwach hörbar sind; staccato kommt nur zur Anwendung, falls die Rolle dieses fordert. Bei der ersten Probe, die als Sprechübung angewendet werde, sollte übertrieben langsam gesprochen werden. Wenn dann das Tempo zunimmt, bleibt doch die Aussprache deutlich, denn alle Buchstaben sind hörbar, weil sie eingeübt sind. Im allgemeinen spreche man mit Brustton und nicht nur mit dem Mund, denn sonst flüstert man. Um richtig zu sprechen, was auf der Bühne Hauptsache ist, braucht es keine Lektionen, sondern nur Konzentration auf sich selbst und seinen Mitspieler; auf sich selbst hören, daran denken, was man spricht. Wenn man soviel Schauspielertalent, nahezu angehäuft, auf dem Intimen Theater gesehen hat, kann man auch nur die Vernachlässigung der Sprechkunst bei vielen beklagen. Deshalb habe ich rechtzeitig auf diesen Mangel hinweisen wollen, daß wir versuchen, das Vollkommene zu erreichen, auch wenn wir es nicht vermögen. ---------------------------------------------------------------------------------------------------
10.6.1909
bitten Sie um Kopie meiner Briefe. Schicken Sie dann meine an mich, so daß ich unnötiges streichen kann und sodann können Sie es drucken in einer Berliner Zeitung, natürlich bei Ausschluß vom : " Der Kxxxr(Scharlach-Kr).(367) Ihr Sg. Tor Aulin bittet, falls Sie ein kurzes Referat
des "Meister Olof" auf Deutsch haben,
besonders in der letzten. Mehr als alle anderen war es die Tochter Anne-Marie, die während der letzten Jahre Freude und einen versönlichen Schimmer über seine Welt warf. So schreibt er in seinem letzten Bühnenwerk "Stora Landsvägen" (Große Landstraße) im Jahre 1909, daß des Jägers letzte Erinnerung vom Leben "eine Kinderstimme im Dunklen" war, "ein Sonnenstrahl aus Kinderaugen". Anne-Marie wohnte zu dieser Zeit während des Sommers bei Verwandten in den Stockholmer Schären. So auch 1911. Vom Blauen Turm kamen regelmässig Sendungen und Grüße wie diese kleinen Billetts. Du frierst wohl auf Vettersö, aber Du hast doch wohl sicher Winterkleidung. Die Sonne ist weg, aber sie wird sicher wieder kommen; ich habe sie heute Abend beim Untergehen gesehen. Hast Du etwas zu lesen? Wenn Du Bücher haben willst, schreibe es mir. Und so haben wir bald Mittsommer und Du sollst mir Deine Wünsche sagen. Vater sitzt im Turm und denkt an seine Kinder und das ist seine Sommerfrische. Glaube es mir! so ist das für den Alten, und das reicht! 13.Juni 1911 Vater
Jetzt habe ich Deine Walderdbeeren aufgegessen,
die für 2 Essen reichten.
7.Juli 1911 Von
Liebe Kleine, die jetzt groß ist,
war das Tennis gut?
[12.Juli 1911] Wer besitzt sie? Ja, nun habe ich fragen und Du sollst antworten! Hier kommt ein neues Buch, und dann viele nacheinander. Grüße die Tante und Alf. Von 13.Juli 1911 Vater Hier kommt jetzt die Hängematte, die
doch nicht für Große hält. Versichere Dich,
Die Schwimmflügel (Schmetterling)
sollen naß sein, bevor sie aufgeblasen werden,
wünscht Du Dir eine? Und eine Schleppangel um Hechte zu bekommen? Sag es nur! Aber schwimmen mußt Du lernen! Man kann zwar trotzdem umkommen, aber man kann auch andere retten - und sich selbst, wenn man schwimmen kann. Freundlichst 17.Juli 1911 Vater tüchtig bist? Aber dann nehmen wir dieses Jahr noch eines ohne Segel und dann lassen wir es im nächsten Jahr auftakeln. Ich gehe jetzt zur Munkbrücke und kaufe ein Boot. Sodann bekommst Du römische Ringe, obwohl ich nicht weiß, was das ist. Und dann bekommst Du ein Tagesfeuerwerk, aber nur Alf oder ein anderer erwachsener Mann, der sich rasiert und Zigarre raucht, darf das betreiben, denn das knallt und brennt. Schreibe auf jeden Fall, was Du dazu meinst? Und auch über die Hechtangel. Grüße 18.Juli 1911 von Vater Sollen wir bis zum nächsten Sommer
mit dem Boot warten, dann darfst Du selbst
Freundlichst
Wie gefällt Dir das Boot? Ist es nicht zu spät in diesem Jahr? Wann werdet ihr zurück zur Stadt fahren? Ein Kanu würde es sofort geben, aber das ist lebensgefährlich. Lerne in diesem Sommer richtig schwimmen; es ist am leichtesten auf dem Rücken zu schwimmen, dann bekommen wir das Segelboot gleich nächstes Jahr, und Du gehst mit Alf zur Werft hinaus, wo Du selbst auswählen kannst - Grüße. Freundlichst 21.Juli 1911 Vater. * * * Im Sommer 1911 verlobte sich Karin, die älteste
Tocher, mit dem russischen
Stockholm 25.Juli 1911
Mein liebes Kind,
Meine Freude ist groß, daß auch Karin ein wenig Freude finden kann, so wie Greta es sich wünschte. Aber warum die Trauung aufschieben - die hier durchgeführt werden kann - zivil, hier sind alle Trauungen zivil. Eure Verlobung ist so zerbrechlich und keine Angelegenheit, wenn man sich vorher kennt. Die Mama hat ja den Hans und die Schwiegertochter, und Karin wird ja als Verheiratete nicht davonrennen. Aber, macht wie es Euch beliebt, selbstverständlich! Aber liebes Kind, nutze die Stunde! Noch
ist es Sommer - kommt her und heiratet
Die Hochzeit wurde später bei A.S. im Blauen Turm gefeiert. -----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Stockholm, 17.Januar 1912
Falls ich richtig krank sein sollte, lasse
ich im Volkshaus anrufen und
Zum Diner wage ich niemanden anderen als
meine Tochter, Schwiegersohn und
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17.März 1912
"Sociala spörsmål" von Henry Georges,(369)
was Sie mir übersandt hatten, hat meine
Interessen von 1880 auferweckt. Und ich bewundere ihn jetzt, wie damals. Aber sein Arkanum: Die Grundrente allein als Rettung kann mich nicht überzeugen. Ich habe radikalere Mittel, entwickelt aus dem Bodenumverteilungsgesetz. "Der Boden dem Landmann", das bedeutet: Derjenige der brachliegendes oder vernachlässigtes Land bepflanzt wird der Besitzer des Bodens! Und besitzt es dann eine gewisse Anzahl Jahre steuerfrei. Das ist kein Geschenk vom Staat, Kommune oder Privat, sondern ein Geschenk an den Staat, denn der Pflanzer gibt dem wertlosen (unbepflanzten) Boden Wert. [---] Zur Hütte, Hacke und Spaten sollte er Hilfe bekommen u.s.w. Norrland, das ausgeplünderte, könnte eine Einwandererkolonie werden, wie Amerika es war. Die Emigration wird aufhören und wenn die Immigration zu den Städten aufhört, dann werden die Arbeitlöhne in den Städten von sich aus steigen. Aber, dann bekommt der Bauer keine Landarbeiter, der Gutsbesitzer keine Kleinbauern und der Stadtbewohner keine "Diener". Wohl, damit hört der jetzige Sklavenstaat auf, antworte ich und damit beginnt eine gerechtere Staatsordnung. Jetzt wird der Sklavenstaat durch eine künstlich errichtete Not aufrechtgehalten und Arbeit mit dem Boden mit Strafe belegt (Zitat!), denn wenn der Häusler einen Berg bepflanzt, wird die Pacht erhöht (Strafe!) u.s.w. Nun ja, die Bodenfrage könnte Inhalt
für eine Artikelfolge werden, aber ich bin
--------- Fast sein ganzes Leben lang kämpfte Strindberg mit seinen Geldsorgen. Nur für kürzere Zeitabschnitte konnte er sich finanziell unanhängig fühlen. Ein solcher Abschnitt begann, nachdem er am 28.Juni 1911 mit dem Bonniers Verlag einen Vertrag über die Harausgabe seiner Werke geschlossen hatte. Damit waren die finanziellen Probleme schließlich gelöst. Strindberg selbst war in zurückhaltender Weise freigibig und hilfsbereit gegen andere, wenn es um Geld ging. So wie in diesem Brief an Nathan Söderblom, der jetzt Professor in Uppsala war, nachdem er vorher schwedischer Pastor in Paris gewesen war.
Stockholm, 18.März 1912
mein Haus bestellen und alte Rechnungen begleichen. Ungefähr 1892(?) geriet ich unverschuldet in Paris ins Elend und erhielt auf Umwege eine Unterstützung von einigen hundert Franc aus dem Hilfsfond der Schwedischen Gemeinde. Sicherlich habe ich mich während der besseren letzten zehn Jahre damit getröstet, daß ich andere mit recht beträchtlichen Summen geholfen habe. Aber es hilft nichts: dieses soll dieses begegnen. Ich übersende Ihnen deshalb, und da mir die Adresse in Paris unbekannt ist, bitte ich Sie, Sie mit dem Übergeben von 1.000 Kronen an den Hilfsfond für "in Not geratene Landsleute" beschweren zu dürfen. Als eine Rückzahlung darf es nicht als Wohltätigkeit gerechnet werden, natürlich nicht! Ein kleines Wort fehlt in diesem kurzen Brief, das kleine Wort, das so schwer auszusprechen ist: Danke! für die Hilfe damals und Danke für die Mühe, der Sie sich gütig nun auferlegen wollen. Ihr August Strindberg ---------------------------------------------------------------------------------------------------
Stockholm, 19.April 1912
Meine liebe kleine Tochter
Danke für Deine roten Blumen! Aber Du sollst mich nicht aufsuchen. Hier sind so viele Medizinflaschen, Ärzte und Spektakel, daß es keine Gemütlichkeit gibt. Freue Dich deiner Jugend mit den jungen und sorge dich nicht um die alten, die nur wünschen zu verschwinden. Vater --------------------------------------------------------------------------------------------------- ![]() Am 21.April 1912 erreichte den todkranken Strindberg
die Nachricht, daß seine
Stockholm, 22.April 1912
Hjalmar Branting und Frau.
Drei Wochen danach, am 14.Mai 1912 verstarb
August Strindberg.
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